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Igor Hosnedl
Milky Way
25. April – 20. Juni 2026

Frühjahrsrundgang der SpinnereiGalerien
Samstag, 25. April, 11 – 20 Uhr
Sonntag, 26. April, 11 – 16 Uhr

Die Galerie in Leipzig ist barrierefrei. Eine Rollstuhlrampe ist vor Ort vorhanden. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an uns unter 0341 - 960 78 86.

Hier finden Sie den Flyer zur Ausstellung mit Text, kurzer Biografie und ausgewählten Abbildungen:
Faltblatt zur Ausstellung

Gespräch mit Igor Hosnedl im Rahmen seiner Ausstellung Milky Way in der Galerie EIGEN + ART Leipzig, 2026:

EIGEN + ART: Der Titel der Ausstellung lautet „Milky Way – hat er einen speziellen Hintergrund?

Igor Hosnedl: Ich habe nach einem zarten, sanften Titel voller Gefühl gesucht. Er steht in Verbindung mit der Zerbrechlichkeit von Kindheit, von Beziehungen und der Größe des unbekannten Universums im Gegensatz zur Größe unserer eigenen Gefühle hier auf der Erde. Mit der Zeit ist Kunst für mich zu einem Mittel geworden, mich durch ein sehr intimes Umfeld auszudrücken. Ich beschreibe meine eigenen Gefühle sehr viel, und durch sie mein Privatleben. Das macht mich glücklich. Ich habe einen sicheren Ort für mich selbst geschaffen, an den ich mich zurückziehen oder ihn auch anderen anbieten kann. „Milky Way“ ist eine Reise und gleichzeitig auch die vertraute Umarmung eines Zuhauses.

Vor über einem Jahr bist du zurück nach Mähren in Tschechien gezogen, wo du auch aufgewachsen bist. Was hat das für eine Bedeutung für dich?

Als wir auf die Geburt unseres Sohnes warteten, haben wir oft darüber gesprochen, ob wir wirklich nach Tschechien zurückgehen würden, und wenn ja, ob konkret in unsere Heimatregion. Zu der Zeit lebten wir bereits seit sieben Jahren in Berlin. Über diese sieben Jahre hinweg war Berlin zu unserem zweiten Zuhause geworden, im wahrsten Sinne des Wortes. Wieder zurück in unserer Heimatregion zu sein bedeutet für uns, auch wieder im Schoß unserer Familien zu sein, was uns sehr hilft. Das bedeutet gemeinsam verbrachte Zeit mit Kindern, Eltern, Geschwistern und Großeltern. Das ist ein Geschenk.

Erzähl uns doch bitte etwas über deine Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste Prag.

Zu meiner Zeit hatte die Akademie einen recht strengen Fokus auf klassische Kunsttechniken wie Malerei und Bildhauerei. Es wurde stark auf Ergebnisse Wert gelegt, ich fühlte mich oft unter Druck gesetzt und machte mir Sorgen, ob meine Arbeit gut genug sein würde. Ich war auf gewisse Art Außenseiter. Manchmal nahm ich mein Studium etwas zu locker. Rückblickend betrachte ich die Zeit an der Akademie als eine Zeit der Suche nach mir selbst. Trotz all der gemischten Gefühle bin ich froh, an der Akademie der Bildenden Künste studiert zu haben. Ich liebe die Kunst, liebe es, sie um mich zu haben und ein Teil von ihr zu sein. Ein Kunststudium kann ziemlich viel von einem abverlangen, wenn greifbare Ergebnisse erwartet werden, wie es während des Studiums der Fall ist. Für mich war es wichtig, nach dem Abschluss an der Akademie mehr Zeit zu haben, um mich selbst kennenzulernen.

Welche Entwicklung durchlaufen deine Werke? Sind sie zuerst Entwürfe oder schaffen sie es direkt auf eine leere Leinwand?

Ich zeichne viel. Ohne Zeichnungen könnte ich kein Bild aufbauen. Es kommt immer erst die Zeichnung und dann das Gemälde. Ideen entstehen auf unterschiedliche Weise. Sie stehen immer hinter der nächsten Ecke bereit, geben sich aber nie sofort zu erkennen. Ich schätze, vieles hängt ab von dem Moment einer gewissen inneren Spannung, von Faszination und dem darauffolgenden Eintauchen in die Atmosphäre, die die Zeichnung und ihre Erzählung prägt. Ich treffe eine Auswahl - viele Zeichnungen bleiben einfach nur Zeichnungen und werden gar nicht zu Malereien.

Wie bist du vom reinen Zeichnen zum Zeichnen auf Leinwand gekommen? Wie siehst du deine aktuellen Zeichnungen im Kontext deines Gesamtwerks?

Das war ein schleichender Prozess. Es dauerte lange, bis ich den richtigen Weg gefunden hatte und den Moment erkannte, in dem sich Malerei und Zeichnung begegnen und verschmelzen. Zeichnen war und ist für mich nach wie vor eine sehr unverfälschte Sprache und ein Weg, mit mir selbst zu kommunizieren. Im Zeichnen entstehen Landkarten meiner visuellen Welt. Lange Zeit wollte ich meine Zeichnungen nicht ausstellen. Sie waren mir entweder zu persönlich, zu intim, oder ich zweifelte einfach an ihnen.

Die materielle Beschaffenheit deiner Bilder ist bemerkenswert. Du arbeitest mit besonderen Pigmenten. Beschreibe uns doch bitte den Prozess.

Ich stelle meine Pigmente selbst zusammen und vermenge sie dann mit wasserbasiertem Klebstoff bis zur gewünschten Farbdichte. Das ist eine spezielle Technik, die ich im Laufe der Zeit perfektioniert habe. Durch die relativ aufwendige Farbvorbereitung konnte ich die Farben und ihre Beziehungen zueinander von Anfang an besser verstehen. Die Malereien bestehen aus ziemlich vielen Schichten und Ebenen. In den letzten Schichten wirkt die Leinwand oft wie eine glatte Keramikoberfläche. Die Struktur der Leinwand verschwindet vollständig, und die Oberfläche des Gemäldes erhält dadurch einen ganz eigenen Charakter. Seit Kurzem verwende ich bei einigen Bildern auch Acrylfarben. Allerdings ist meine Technik mit Pigmenten und Klebstoff derart eng mit meiner Arbeit verbunden, dass ich sie nicht aufgeben kann.

Installationen sind stets Bestandteil deiner Ausstellungen. Warum konzipierst du deine Ausstellungen am liebsten mit Objekten und verschiedenen Materialien?

Ich denke, das ist eine Art geistige Übung außerhalb der Malerei. An Skulpturen arbeite ich beispielsweise oft schnell und spontan. In gewisser Weise ist das das Gegenteil des Entstehungsprozesses meiner Leinwände. Es ermöglicht mir eine haptische Erfahrung, die etwas zwischen Malerei und Zeichnung entstehen lässt. Malen kann manchmal sehr viel von einem abverlangen. Es erfordert zunehmend mehr Aufmerksamkeit. Wahrscheinlich liegt das daran, dass mir das Malen immer wieder unglaubliche neue Möglichkeiten eröffnet, die ich entdecken und erleben möchte. Intuitiv möchte ich den Betrachter in eine größere, intime Umgebung führen, in der er sich verstecken, ja, verbergen kann und die nicht nur die Gemälde selbst, sondern auch verschiedene andere Bezüge und verborgene Verbindungen zwischen Malerei, Zeichnungen und dem Ausstellungsraum enthält. Ich bin der Meinung, dass meine Skulpturen oft die Sehnsucht widerspiegeln, etwas zu kreieren, ohne den Ansprüchen und Absichten, ein Kunstwerk erschaffen zu müssen, gerecht zu werden. Ich bin glücklich, wenn der Betrachter in einer Ausstellung mit verschiedenen Herangehensweisen konfrontiert wird.

Übersetzung Hagen Hamm

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