Rémy Markowitsch

Texte

Rémy Markowitschs Arbeiten entstehen in der Auseinandersetzung mit den Themenfeldern Literatur und Forschung, Reisen und Entdeckungen, der Aneignung des Fremden, mit Kolonialismus, Sammelleidenschaft und Sucht. Gleichzeitig reflektieren sie die eingesetzten Medien Fotografie, Buch, Video oder Sprache. Licht - durchleuchten, belichten, beleuchten, erhellen - spielt dabei eine zentrale Rolle: Für die Serien «Nach der Natur» (1991-1998) oder «On Travel» (1998-2004) etwa unternahm Markowitsch Expeditionen in die Bildwelten, die er in Büchern fand. Diese fotografischen Interpretationen der Welt durchleuchtete er im tatsächlichen wie übertragenen Sinn und fotografierte, was sich durch die Durchleuchtung zeigt, die beiden auf Vorder- und Rückseite eines Blattes sich befindenden Motive nämlich, die sich neu übereinanderlagern. Nach diesem Arbeitsprinzip entstehen die meisten seiner fotografischen Werke, wie die Serie We are Family (2010), die auf das Buch "Durchleuchtete Körper (Röntgenbilder)" von Dr. Karl Döhmann von 1931 zurückgeht. Hier wird das Prinzip der Durchleuchtung potenziert, indem Markowitsch Röntgenbilder, die mittels Strahlung das Innere menschlichen, pflanzlichen und tierischen Lebens offen legt, ein weiteres Mal durchleuchtet. Auch seiner neueste Serie „ALPS“ folgt diesem Prinzip nach dem "Rémy Markowitsch das Medium Buch und namentlich dessen materielle Qualitäten thematisiert, indem er Bildseiten durchleuchtet, also transparent macht, und dadurch neue hybride, vormals gewissermassen unbewusste Bilder generiert. Im Falle des Schwarzweiss-Bergbildes entsteht mittels dieses Verfahrens eine verwirrende, „bestürzende“ Ansicht, in der Oben und Unten, Links und Rechts durcheinander geraten – beinahe so, als würde man das Panorama im Sturz vom Gipfel erblicken statt aus der sicheren Position des Bergtouristen. Dergestalt zeichnet sich in „ALP 02“ nicht bloss eine –politisch häufig missbrauchte– „heile Bergwelt“ ab (die Quelle dieses Bildes ist eines der Jahrbücher des Schweizer Alpen-Clubs aus der Weltkriegszeit), sondern ebenso die düstere, bedrohliche Seite des Gebirges.“* (* Isabel Fluri)

Kathrin Becker, Emmas Gift, 2011Kathrin Becker, Schadenfreude, 2009Nadine Olonetzky, Rémy Markowitsch. Onion Options oder: Die Glückserwartung ist das Glück, 2008Nadine Olonetzky, Rémy Markowitsch - Expeditionen im Dschungel der Bilder und Texte, September 2007.Astrid Mania, Spekulative Blüte, artnet, 30. Oktober 2007.Hans-Jürgen Hafner, On Travel, artnet, 1. März 2005.

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