Stefan Guggisberg

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Stefan Guggisberg (*1980, lebt und arbeitet in Leipzig) hat eine völlig eigene Arbeitsweise entwickelt. Er beginnt nicht mit einem unbefleckten leeren Blatt, sondern mit einem zuvor durchgängig eingefärbten Bogen, aus dessen Farbschichten mittels verschiedener Werkzeuge Gestalthaftes langsam freigelegt wird. So werden Ölfarben aufeinander geschichtet und dann wieder abgeschält. Wie ein Archäologe, der die Subjekte seiner Untersuchungen selbst versteckt, um ihnen dann überrascht wiederzubegegnen und sie mit ganz anderen Augen zu betrachten. Es ist eine Sehschule, die unsere Aufmerksamkeit herausfordert und auf die Dinge lenkt, die vielleicht nicht sofort sichtbar sind.
Parallel zu seinen dichten Ölbildern schafft Guggisberg monochrome, nahezu leere Bildräume mit immateriellen Spuren wie Schattenrissen und Lichtreflexen. Dabei handelt es sich um hochauflösende Prints von Zeichnungen, die auf dem iPad entstanden sind.
Vor dem menschlichen Auge entstehen Filme, Narrationen, die etwas von den metaphysischen Momenten menschlicher Wahrnehmung enthalten. Zum Beispiel ist der Bildraum ein spezieller Raum, insofern er etwas zeigt, das sich nicht in der messbaren Raumzeit ereignet – außer man betrachtet das aufgetragene Pigment als physisches Teilchen.
Stefan Guggisberg war Meisterschüler bei Neo Rauch, einem der Künstler, mit dem die Galerie EIGEN + ART bereits von Anfang an gemeinsam arbeitet.

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